Verfolgung.jetzt

Donnerstag, 12.07.2018

1200 Besu­cher auf dem Bundesplatz

Am heu­ti­gen 23. Juni ging auf dem Ber­ner Bun­des­platz die Kund­ge­bung «Verfolgung.jetzt» über die Bühne. Sie­ben christ­li­che Schwei­zer Werke ver­lie­hen mit 1200 Besu­chern den ver­folg­ten Chris­ten eine Stimme. Zu Wort kamen vier Natio­nal­räte und Betrof­fene aus drei Län­dern.

Bern, 23. Juni 2018
— Rund 100 Mil­lio­nen Chris­ten wer­den welt­weit auf­grund ihres Glau­bens unter­drückt und ver­folgt. Um ihnen Gehör zu ver­schaf­fen, soli­da­ri­sier­ten sich in Bern Schwei­zer Par­la­men­ta­rier, Betrof­fene aus ver­schie­de­nen Län­dern und Besu­cher aus der gan­zen Schweiz. Die in der Schweiz lebende, junge ira­ni­sche Chris­tin Dabrina, die wegen ihres Glau­bens in ihrer Hei­mat für einige Zeit im Gefäng­nis war, erklärte: «Im März 2009 wurde unsere Gemeinde geschlos­sen. Ich wurde ver­haf­tet und ver­hört. 2014 zu Weih­nach­ten wurde mein Vater ver­haf­tet, der bis heute in Gefan­gen­schaft ist, 2016 mein Bru­der. Allen wurde ver­spro­chen: Schwört dem christ­li­chen Glau­ben ab und ihr wer­det frei.»

445 Tage in Haft
Via Video zuge­schal­tet war der christ­li­che Ent­wick­lungs­hel­fer Petr Jasek. Der Tsche­che war wegen sei­nes Glau­bens wäh­rend 445 Tagen im Sudan inhaf­tiert und wurde hin­ter Git­tern von Mit­häft­lin­gen mit IS-​Hintergrund ange­gan­gen. Aus Angst selbst Opfer zu wer­den, hat­ten das Wach­per­so­nal Jasek nur unge­nü­gend geschützt.

Bedro­hung hat zuge­nom­men

Der Ber­ner EVP-​Grossrat und SEA-​Generalsekretär Marc Jost mode­rierte ein Gespräch zum Thema «Chris­ten­ver­fol­gung» mit den vier Natio­nal­rä­ten Ger­hard Pfis­ter (CVP), Mari­anne Streiff (EVP), Erich von Sie­benthal (SVP) und Lau­rent Wehrli (FDP). Ger­hard Pfis­ter betonte: «Die Bedro­hung gegen­über Chris­ten hat in den letz­ten Jah­ren enorm zuge­nom­men. Für mich und weite Kreise in der Schwei­zer Poli­tik ist es wich­tig, dass wir tun, was wir tun kön­nen. Wenn man nur dar­auf auf­merk­sam machen kann, hat man schon eine Menge erreicht.»

Flashmob als ein­präg­sa­mes Zei­chen
Umrahmt wurde der Abend durch die Auf­tritte von vier Künst­lern und Inter­pre­ten: Die Band «Ligu Lehm», Phil­ippe Deco­ur­roux, Ste­fan «Sent» Fischer und Carine Fuen­za­lida mit Tanz­gruppe waren beim fünf­ten Anlass der Soli­da­ri­täts­ak­tion «Verfolgung.jetzt» dabei. Ein ein­präg­sa­mes Zei­chen hin­ter­liess ein sog. Flashmob. Bei die­sem tru­gen alle Besu­cher der Kund­ge­bung weisse Mas­ken. Zunächst stan­den sie egungs­los da, fie­len beim anschlies­sen­den Pfiff zu Boden und nah­men nach einem wei­te­ren Pfiff eine betende Hal­tung ein. OK-​Chef Patrick Schä­fer ist mit der Aktion zufrie­den: «Unser Anlie­gen, die Auf­merk­sam­keit auf die ver­folg­ten Chris­ten zu len­ken und ihnen Gehör zu ver­schaf­fen, haben wir erreicht. Wich­tig ist, dass eine Sen­si­bi­li­sie­rung statt­ge­fun­den hat. Das Ende die­ses Anlas­ses bedeu­tet gleich­zei­tig den Aus­gangs­punkt einer wach­sen­den Solidarität.»

Trai­ler
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