Sporteinsatz Gerechtigkeit

Donnerstag, 24.08.2017

Gerech­tig­keit? Was ist das? Gibt es das über­haupt? Kann ich etwas dafür tun? Kann ich mich dafür ein­set­zen? Bringt mein Ein­satz auch wirk­lich etwas?

Diese Fra­gen stellte ich mir per­sön­lich schon mehr­mals. Beson­ders in den ver­gan­ge­nen zwölf Mona­ten, als ich für einen etwas spe­zi­el­len Halb­ma­ra­thon trai­nierte. Der Lauf für Gerech­tig­keit, nament­lich Mus­k­ath­lon, durch­ge­führt von Com­pas­sion und 4 Mus­ke­tiere. Ein Lauf für Kin­der in Armut und ihre Fami­lien. Dies war ein extre­mer Ein­satz für extreme Armut, ver­bun­den mit viel Schweiss, z.T. Schmer­zen und Trai­nings­ein­brü­che, aber auch tol­len Trai­nings­zei­ten mit Freun­den. Für die­sen Mus­k­ath­lon blie­ben wir nicht ein­fach in unse­rem schö­nen und rei­chen Hei­mat­land, son­dern reis­ten für eine Woche nach Uganda. In die­ser beson­de­ren Woche in Uganda durfte ich viel erle­ben. Ich sah Armut, wie ich sie noch nie zuvor gese­hen habe und hörte Zeug­nisse wo durch den Ein­satz von Com­pas­sion Hoff­nung in Leben kam. Eine Ohn­macht legte sich auf mich, gegen­über die­ser Welt wo Men­schen mit „Nichts“ über­le­ben und gleich­zei­tig auch Hoff­nung und Freude, im Leben ein­zel­ner Men­schen etwas ver­än­dern zu kön­nen.
Der Muskathlon-​Tag war ein ganz beson­de­res Erleb­nis. Der Tag, an dem ich mei­nen ers­ten Halb­ma­ra­thon rannte. Ein Lauf ein­mal nicht für meine Zeit und mein Ego son­dern für die Kin­der am Stras­sen­rand, die wir an Läu­fen hier in der Schweiz manch­mal igno­rie­ren oder viel­leicht wenn’s hoch kommt abklat­schen. Ein Lauf für die Kin­der wel­che in unvor­stell­ba­rer Armut leben, um ihrem Leben einen Sinn zu geben. 21 km vol­ler Hoff­nung und Zukunft. 21 km wel­che das Leben vie­ler Men­schen nach­hal­tig ver­än­dert und auch mei­nes.
Auch wenn es nach wenig Gerech­tig­keit aus­sieht, ange­sichts der Mil­lio­nen Men­schen die in unvor­stell­ba­rer Armut leben, durfte die­ser Ein­satz die Welt ein­zel­ner Kin­der und Fami­lien ver­än­dern und ihre Zukunft prä­gen. Genau des­halb setze ich mich wei­ter­hin für Gerech­tig­keit ein, genau dort wo ich kann. Wir alle kön­nen uns irgendwo für Gerech­tig­keit ein­set­zen, sei das mit unse­ren Talen­ten, mit unse­ren Finan­zen oder ein­fach mit unse­rem Lebens­stil. Es gibt tau­send Mög­lich­kei­ten und die Frage geht an dich, wo fängst du an?

Auto­rin: Sido­nia Neu­haus